Frühling auf der Krim

09/04/2015

Von Andrew Denison

Die kommenden Monate könnten entscheidend für den langfristigen Ausgang im Ukraine-Konflikt sein. Fest steht: Des Westens Atem wird länger sein.

Vor einem Jahr wurde der Krim-Anschluss vollendet. Jetzt erklärt Wladimir Putin stolz, er habe das alles selbst orchestriert. Seine Leugnung der Tat damals? Wohl ein ruse de guerre, ein Instrument der hybriden Kriegsführung. Wichtiger noch, anders als damals ist Putin jetzt bereit, seine Verachtung der Prinzipien der europäischen Friedensordnung, der Unversehrtheit der Grenzen, laut und klar zu proklamieren.

Diese Krise mit Russland hat sich im vorigen Jahr verschlechtert, weil das, was Putin will – die Ukraine als russischen Satellit – vom Westen nicht zu akzeptieren ist, auch wenn der Westen sich nicht sicher ist, ob er dies verhindern kann. Hier dominieren unüberbrückbare Interessen, trotz aller Diplomatie, trotz Sanktionen und Einigkeit des Westens. Sie treiben die Krise weiter – den Krieg auch, so fürchten viele.

Langfristig sind die fundamentalen Machtverhältnisse für den Westen viel günstiger als für das isolierte Russland – kurzfristig nicht. Putin, so scheint es, kann sich militärisch nehmen, was er will. Fällt Mariupol, und eröffnen russische Streitkräfte einen Korridor bis zur Krim, steht der Westen vor einem schwierigen Dilemma und einer gefährlichen Bedrohung seiner bisherigen Einigung.

Weiterlesen bei The European