16/08/2025

Kühl und antiklimaktisch

Bild dank ChatGTP

Fünf Thesen zum Treffen in Alaska
von Andrew Denison

1. Manchmal ist Stillstand Fortschritt. Die schlimmsten Befürchtungen, Trump würde in Anchorage die Ukraine und Europa verraten und Putin alles geben, was er will, haben sich nicht bewahrheitet, aus welchen Gründen auch immer. Die Blockade bleibt aber bestehen.

2. Die Ukrainer und die Europäer waren vor und nach Anchorage eingebunden – Trumps beste Berater –, weil sie alle, auch in ihrer Geschlossenheit, wesentlich zu einer Friedenslösung beitragen können. Vor Ort waren sie nicht – und das ist gut so –, aber ihr Einfluss auf die Zukunft der Ukraine war nicht zu ignorieren, was auch immer sie nach Putin „torpedieren“ könnten.

3. Trump zeigte Disziplin und Geduld, was nicht unbedingt seine Stärke ist. Eine Pressekonferenz ohne Fragen ist für Trump wie ein Date ohne Kuss. „Erst mal NATO und Zelensky anrufen …” war seine Antwort.

4. Putin machte für Trump und andere eindeutig klar, dass es für ihn nicht um Land für Frieden geht. Für ihn geht es wie bisher um die „Wurzeln des Problems”, nicht um Land für Frieden, sondern um ukrainische Souveränität und Wehrhaftigkeit für „Frieden”. Mit der Ablehnung dieser möglichen „Kompromisslösung” und eines Auswegs aus einem ewigen Krieg ohne Sieg hat Putin seine Optionen allerdings eingeengt und seine Widersacher weiter mobilisiert.

5. Im Westen und im Weißen Haus ist ebenfalls klar geworden, dass man mit Zuckerbrot nicht weiterkommt mit Wladimir Putin. Die Peitsche (also militärischer und wirtschaftlicher Druck) bleibt die einzige Option. Trump versteht was von Hebelkraft und weiß, was der uneingeschränkte Einsatz langstreckenfähiger Waffen der Ukraine gegen Russland bedeuten könnte. Ohne Einnahmen aus dem Energieverkauf kann Putin seinen Krieg nicht ewig finanzieren – da ist noch viel zu tun. Es wird auch Zeit, die 300 beschlagnahmten russischen Milliarden nach transatlantischem Einvernehmen an die Ukraine weiterzugeben.