Zwischen Wyoming und Washington: Die Republikaner 2012

19/12/2011

Von Andrew Denison

Zwischen Wyoming und Washington: Die Republikaner 2012

(Erschienen in Aus Politik und Zeitgeschichte, 51/52, 2011)

Wyoming ist eine Hochburg der Republikaner. Republikanischer geht es nicht, als in diesem menschenleeren Bundesstaat der hohen Prärie, der kargen Rocky Mountains und der steifen Cowboyhüte. Nirgendwo sonst hat ein so großer Anteil der Bevölkerung 2008 den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain gewählt (65 Prozent). In keinem anderen Bundesstaat besitzen so viele Bürger eine Waffe (60 Prozent). Entsprechend sind die Botschaften der Aufkleber auf den großen pickup trucks, die – oft mit Gewehr im Hinterfenster – auf den Straßen Wyomings unterwegs sind: „Barack Hussein Obama: Clear and Present Danger!“ oder „I Love My Country, I Fear My Government“ oder „The Government Puts Thieves in Jail. It Doesn’t Like the Competition“.

Der Bundesstaat liegt auf einer hohen, kalten Ebene in the middle of nowhere. Die 563000 Menschen, die dort leben, verteilen sich auf einer Fläche, die etwa vier Fünftel der Fläche Deutschlands entspricht. Wyoming hat zwar wenige Einwohner, dafür aber pro Kopf überdurchschnittlich viel Einfluss in Washington. Die Rancher und Eisenbahner, Bergbauer und Ölfeldarbeiter, Lastwagenfahrer und Windmastenbauer (sowie alle anderen) werden in der US-Hauptstadt von zwei Senatoren und einer Repräsentantin vertreten. Und bei der Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 stellt Wyoming drei Wahlmänner, also je einen pro 187000 Bürger. Das demokratisch regierte Kalifornien dagegen vereint auf jeden Wahlmann 676000 Bürger (37,2 Millionen Einwohner, 55 Wahlmänner).

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